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„Ein ganz gewöhnlicher Jude“ von Charles Lewinsky

Theater am NKG

Man sollte meinen, dass im Jahre 2020 das Thema Antisemitismus allmählich an Aktualität verloren hat – liegen doch die Ereignisse des Holocaust mittlerweile über 75 Jahre zurück.  Mit Blick auf die aktuellen Berichte über Anschläge auf Synagogen und Angriffe auf Kippa tragende Juden in den Städten zeigt sich, dass das Thema aktueller kaum sein könnte.

Der jüdische Journalist Emanuel Goldfarb -dargestellt von Matthias Klösel in Charles Lewinskys Stück „Ein ganz gewöhnlicher Jude“ – will im Nachkriegsdeutschland nichts anderes, als ein ganz gewöhnliches Leben, eben als „ganz gewöhnlicher Jude“, führen. Die Einladung eines Lehrers, vor einer Schulklasse über das Judentum zu sprechen, wird für ihn zum Anlass, über sein Leben zu resümieren. Als Nachkomme einer vertriebenen und getöteten Generation versucht er in Deutschland wieder eine Heimat zu sehen –hin und hergerissen zwischen Anpassung und trotziger Betonung seiner jüdischen Herkunft und Traditionen.

Meisterhaft zeigte Matthias Klösel von der Augsburger Theaterwerkstatt in dem monologischen Einmannstück die Suche Goldfarbs nach dem eigenen Selbstverständnis in einer Gesellschaft, die ihn durch Antisemitismus, aber mehr noch durch betonte Judenfreundlichkeit immer noch zum Außenseiter, zum Vertreter einer vom Aussterben bedrohten Art, macht.

20 01 23 Ein ganz gewohnlicher Jude

Nach der 50-minütigen beeindruckenden Aufführung hatten die Schülerinnen und Schüler der 10.Klassen die Möglichkeit Fragen zu stellen. Matthias Klösel erzählte dem interessierten Publikum von seinen Erfahrungen mit dem Stück und den Reaktionen jüdischer und nichtjüdischer Zuschauer. Schüler und Lehrer verließen dieses emotional mitreißende Theatererlebnis gleichermaßen begeistert und nachdenklich.

Iris Schneider