Tschechienaustausch 2018 - 1. Woche

„Jak se máš?“

Austausch der Klasse 10c mit einer Schülergruppe des Gymnáziums Jihlava, Tschechien, vom 21. bis 26.01.2018

Diese Frage haben wir gefühlte 100 Mal bei einem Kennenlernspiel mit unseren Austauschschülern gehört. Bevor es jedoch dazu gekommen ist, erwarteten wir am Samstag voller Vorfreude und Aufregung die 28 tschechischen Schülerinnen und Schüler aus Jihlava.

Am Wochenende wurden Ausflüge, beispielsweise zum Schloss Neuschwanstein oder auf den Fasching nach Ulm unternommen, um unseren Gästen unsere Heimat bzw. die schwäbische Fasnachtskultur nahe zu bringen.

Montag: Am Morgen wurden unsere Gäste von Herrn Schneikart begrüßt und besichtigten anschließend unser Schulhaus, bei der sie wohl den ein oder anderen Schüler bei seinem Nickerchen störten, so lautstark zogen sie durchs Haus. Nach einigen Kennnenlernspielen, bei denen die Deutschen erstmals mit der komplizierten Aussprache von tschechischen Wörtern konfrontiert wurden, stand am Nachmittag eine Stadterkundung Weißenhorns auf dem Programm.

Dienstag: Nun startete das Projekt „Mediennutzung Jugendlicher in Tschechien und Deutschland“. Hierbei mussten wir in Kleingruppen Präsentationen zur Nutzung von Medien wie Internetseiten, Radiosendern und Zeitungen, erstellen. Dadurch wurde uns unser Medienkonsumverhalten bewusst und wir lernten kritisch mit Informationen umzugehen. Ein weiteres Ziel war, dass man seine Informationen nicht nur aus digitalen Quellen bezieht, sondern beispielsweise auch aus dem Radio oder der Zeitung. Damit wir unsere Aufgaben nicht nur abarbeiteten, sondern auch einen Einblick in die Praxis bekamen, ging es für uns am Vormittag aufgeteilt in Gruppen zu Radio 7, Radio free fm, Donau 3 fm oder der Süd-West-Presse. Vor Ort wurde uns die Arbeit eines Redakteurs bzw. eines Moderators erklärt und wir durften die Entstehung einer Zeitung mit verfolgen bzw. einmal selbst die Nachrichten beim Radio einsprechen.

Mittwoch: Für uns stand an diesem Tag die bayrische Hauptstadt München auf dem Programm. Dort bekamen wir erst eine Führung in der Pinakothek (=Bildersammlung) der Moderne, in der wir uns unter dem Motto von Joseph Beuys: „Jeder Mensch, der etwas macht, ist ein Künstler“ verschiedene Installationen zum Thema „neue Medien und Kunst“ anschauten. Pipilotti Rists Rauminstallation „Himalaya Goldsteins Stube“ zeigte uns dabei deutlich die Veröffentlichung des privaten in der digitalisierten Welt. Nach der interessanten Führung genossen wir das tolle Wetter in München. Wir schauten Sehenswürdigkeiten an, gingen Shoppen oder verbrachten die Freizeit auf dem Viktualienmerkt in der Sonne sitzend. Das absolute Highlight des Tages war wohl die entspannte und überaus kurze Heimfahrt nach Weißenhorn (Ironie lässt grüßen!).

Donnerstag: Niemand konnte es wirklich glauben, dass nun schon der letzte Tag des Projektes in Deutschland gekommen war und damit wir unsere Arbeiten soweit wie möglich fertig stellen konnten, mussten wir alle noch einmal Vollgas geben. Nach einer leckeren Stärkung bei Frau Wengler, wurden die bereits fertigen Präsentationen vorgestellt. Einen Lachflash löste abschließend die Diashow unserer drei Fotografen aus.

Freitag: Nun sagten wir auch schon „Na shledanou“, denn wir mussten uns nach einer schönen und erlebnisreichen Woche von unseren tschechischen Austauschschülern verabschieden. Der Abschied fiel uns jedoch etwas leichter mit dem Gedanken, dass wir uns schon bald wiedersehen würden.

Und falls Sie nicht verstanden haben, was die Frage am Anfang des Artikels heißt, hier die Übersetzung: „Wie geht’s?“.

Auf Tschechisch kann man darauf mit „Dobře“ (=gut) oder „Špatně“ (=schlecht) antworten.

In diesem Sinne: Ahoj!

Bildergalerie - Eindrücke der 1. Woche

Fragen an tschechische Schülern:

Was ist für dich typisch deutsch?

„Brezeln, Bier, Wurst und Freundlichkeit.“
Welche Unterschiede gibt es zwischen der Schule in Jihlava und dem NKG?
„Es gibt keine Schließfächer für jeden, man darf kein Handy benutzen und es gibt einen anderen Gong.“
Warum hast du an dem Austausch teilgenommen?
„Um besser Deutsch zu lernen und um Deutschland kennenzulernen.“
 

Fragen an deutsche Schüler:

Hat dir das Thema des Projektes gefallen?

„Ich finde es ein gutes Thema, jedoch wurde es schon sehr oft in der Schule besprochen,
so dass vieles nicht mehr neu für mich wahr.“
„Ja, da Medien aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken sind.“
Beschreibe die Tschechen in 2 Wörtern!
„Lustig  und freundlich“
„Offen und nett“
„Nett und verrückt“

Jessica Kunze, Linda Baur, 10c

Mediennutzung Jugendlicher in Tschechien und Deutschland

Benutzen eigentlich tschechische Jugendliche die gleichen Internetseiten wie deutsche Jugendliche?

Das Leben der Jugendlichen im Jahr 2018 wird durch Medien geprägt. Doch jedes Land geht anders mit der Digitalisierung um.

Deswegen recherchieren gemeinsam 56 tschechische und deutsche Schüler/innen in der Woche vom 22. - 25.01.2018 zum Thema „Mediennutzung Jugendlicher in Tschechien und Deutschland“.

Im Rahmen unseres Schüleraustausches arbeiten die Jugendlichen zusammen und betrachten die Situation in ihren beiden Ländern und stellen sich vor allem folgende Fragen:

Welche Medien nutzen die Jugendlichen im jeweils anderen Land?

Wie kritisch gehen sie mit den Medien um?

Welche Rolle spielt die Medienerziehung in der Schule?

Was können die Jugendlichen von jeweils anderen Land im Umgang mit (digitalen) Medien lernen?

Auch in diesem Schuljahr begrüßen wir, das Nikolaus-Kopernikus-Gymnasium Weißenhorn, 27 tschechische Schüler/innen bei uns in Weißenhorn für die Woche vom Samstag, 21. Januar 2018 bis Freitag, 26. Januar 2018. Sie sind bei den Familien der Klasse 10c untergebracht, die dann in der Woche von Sonntag, 29. April bis Samstag, 5. Mai 2018 nach Jihlava fahren wird.

Zum Thema passend werden wir den Jugendlichen verschiedenste Möglichkeiten zur eigenen Recherche geben. Durch Besuche von Radiostationen in Ulm (Donau 3 FM, Radio free fm, Radio 7 am Dienstag, 23.01.2018), der Südwestpresse (ebenfalls am Dienstag, 23.01.2018) und der Pinakothek der Moderne in München, die das Thema „neue Medien“ künstlerisch umsetzt, sollen sie inspiriert werden, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, ihr eigenes Konsumverhalten zu hinterfragen und ihre Ergebnisse auch kreativ zu präsentieren. Auch die Auseinandersetzung mit „Youtubern“ in der tschechischen und deutschen Medienszene soll sie zu eigenen Versuchen in diesem Bereich inspirieren.

Die Jugendlichen sollen erkennen, dass ein kritischer Umgang mit Informationen und medialen Angeboten im Internet notwendig und wichtig ist. Ihre Medienkompetenz soll dadurch gestärkt werden und besonders soll ein Verständnis für die Stärken und Schwächen des Internets im Bereich der zwischenmenschlichen Kommunikation bzw. gesellschaftlicher Diskussionen entstehen.

Auch die mediale Darstellung des jeweiligen Partnerlands im eigenen Land wollen wir betrachten, da dies den Blick stark beeinflusst. Dabei soll die Bedeutung von Austauschmaßnahmen, die einen persönlichen Kontakt zwischen den Menschen ermöglicht, deutlich werden.

Seit 15 Jahren treffen sich jährlich ca. 25 SchülerInnen des Nikolaus-Kopernikus-Gymnasiums Weißenhorn mit Schüler/innen des Gymnasiums der tschechischen Stadt Jihlava/Iglau.

Jihlava ist die Kreishauptstadt des Kraj Vysočina und die älteste Bergstadt in den böhmischen Ländern. Sie befindet sich auf der böhmisch-mährischen Höhe und hat ca. 50.000 Einwohner.

Finanziell unterstützt wird dieser Austausch durch den deutsch-tschechischen Zukunftsfond, den Landkreis Neu-Ulm und den Förderverein des Gymnasiums Weißenhorn.

OStRin Monika Göbel

Schülerbericht zum Austausch

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SchülerInnen auf der Suche nach Europa

Gemeinsam begeben sich 50 tschechische und deutsche SchülerInnen in der Woche vom 26.03. - 01.04.2017 auf die Suche nach Spuren des „Kalten Krieges“.

Im Rahmen unseres Schüleraustausches arbeiten die Jugendlichen zusammen und erarbeiten sich die unterschiedlichen Blickwinkel im Osten und Westen in der Zeit des „Kalten Krieges“, um abschließend der Frage nachzugehen, ob ein „neuer Kalter Krieg“ in der Gegenwart entsteht.

Auch in diesem Schuljahr begrüßen wir, das Nikolaus-Kopernikus-Gymnasium Weißenhorn, 22 tschechische SchülerInnen bei uns in Weißenhorn für die Woche vom Sonntag, 26. März bis Samstag, 1. April 2017. Sie sind bei den Familien einer zehnten Klasse untergebracht, die dann in der Woche von Sonntag, 7.Mai bis Samstag, 13. Mai 2017 nach Jihlava fahren wird.

In diesem Jahr arbeiten wir zum Thema „Die Zeit des Kalten Kriegs in Tschechien und Deutschland“, denn zur Zeit wird in den Medien und auch in der Politik viel darüber diskutiert, ob ein „neuer Kalter Krieg“ entsteht, da das Verhältnis zu Russland bzw. zu manchen osteuropäischen Staaten doch recht angespannt ist. Deswegen wollen wir uns bei unserem Austausch mit der Zeit des Kalten Krieges beschäftigen.

Dabei geht es uns einerseits um die Lebensverhältnisse der Menschen in den beiden Ländern bzw. bei Deutschland um das Alltagsleben in der BRD und der DDR. Ein Besuch im unterirdischen Notfallkrankenhaus in Weißenhorn am Dienstag, 28.03.2017 steht dabei u.a. auf dem Programm.

Andererseits soll auch die Wahrnehmung des jeweils anderen Landes in dieser Zeit untersucht werden, durch die Beschäftigung mit Publikationen aus dieser Zeit, vorrangig Zeitungsberichten, Karikaturen, Nachrichten usw..

Durch eine Auseinandersetzung mit der aktuellen Politik im Bezug auf Osteuropa und Russland sollen die SchülerInnen am Ende in der Lage sein, die aktuelle Diskussion zu verstehen und sich ein eigenständiges Urteil zu bilden.

Die Überwindung des Ost-West-Gegensatzes und die europäische Vereinigung brachte den Menschen in ganz Europa eine Zeit des Friedens und des Wohlstandes, die von den Jugendlichen in der Zukunft fortgesetzt werden soll.

Seit 14 Jahren treffen sich jährlich ca. 25 SchülerInnen des Nikolaus-Kopernikus-Gymnasiums Weißenhorn mit SchülerInnen des Gymnasiums der tschechischen Stadt Jihlava/Iglau.

Jihlava ist die Kreishauptstadt des Kraj Vysočina und die älteste Bergstadt in den böhmischen Ländern. Sie befindet sich auf der böhmisch-mährischen Höhe und hat ca. 50.000 Einwohner.

Finanziell unterstützt wird dieser Austausch zu durch den deutsch-tschechischen Zukunftsfond, den Landkreis Neu-Ulm und den Förderverein des Gymnasiums Weißenhorn.

Monika Göbel

Jihlava und Weißenhorn

Jihlava/Iglau und Weißenhorn - zwei mittelalterliche Städte, geprägt vom Handel, von der Tuchmacherei und auch vom Bergbau, der für die Iglauer im 15./ 16. Jahrhundert ebenso der wichtigste und einträglichste Erwerbszweig war wie für die schwäbische Familie Fugger, die 1507 das Städtchen Weißenhorn dem Kaiser Maximilian abkaufte.

2003 begann der Austausch zwischen dem Gymnázium Jihlava und dem Nikolaus-Kopernikus-Gymnasium Weißenhorn. Ihm voraus gingen allerdings über Jahrzehnte Kontakte zwischen den Sportlern im Landkreis Neu-Ulm und denen der Stadt Jihlava, angeregt von dem 1924 in Iglau geborenen Erich Pollak, der viele Jahre regelmäßig seine Verwandten und die Stadt auf der Böhmisch-Mährischen Höhe besucht und immer wieder sportliche Begegnungen vor allem Jugendlicher organisiert hat.

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