Orientierungstage


Orientierungstage? ...Orientierungstage!


"Was machen wir denn da?"

"Müssen wir da den ganzen Tag miteinander reden?"


Solche und ähnliche Fragen werden uns gestellt, wenn wir in den 10. Klassen die Orientierungstage ankündigen. Es sind Fragen von Schülerinnen und Schülern, die drei Tage beieinander sein sollen – ohne den gewohnten, vorgegebenen Rahmen von "Stundenplan", "Fächern" und "Stoff".
Zum Glück zerstreuen sich solche Bedenken vor Ort dann schnell: Meditative Elemente, Fantasiereisen, Kooperationsspiele, kreative Aufgaben und vieles mehr bieten eine Vielzahl von Formen, abseits der Schule zur Ruhe und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Und wenn wir Religionslehrer dann merken, dass sich manche Gespräche sogar über das eigentliche "Programm" hinaus in die "Freizeit" ausdehnen, dann wird uns deutlich, dass die Orientierungstage eine Oase echter Begegnung im Schulbetrieb darstellen: 
"Ich habe zum ersten Mal mit einem Mitschüler wirklich geredet, der seit fünf Jahren in meiner Klasse ist" – so die Äußerung eines Schülers am Ende seiner Orientierungstage.

Für uns als Lehrkräfte ist es eine beglückende Erfahrung, wenn sich solche Begegnung ereignen kann – unspektakulär und von vielen unbemerkt, dabei jedoch von bleibender Wirksamkeit. Manch großartige Vision darüber, was die gute Schule der Zukunft alles bieten müsse, wird von solcher Erfahrung nüchtern relativiert.
Dabei wird ein Satz von Antoine de Saint-Exupéry lebendig: "Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."
Beim Schluss-Feedback der letzten Orientierungstage jedenfalls war die Antwort auf die Frage, welcher Programmpunkt am wichtigsten war, eindeutig: Ein einfacher Spaziergang zu zweit, bei dem man miteinander reden sollte.